Mit dem Start im Juni 2025 hat das „Basecamp für Beteiligung“ im Landkreis Dachau in kurzer Zeit auf vielfältige Weise zur Stärkung der Jugendbeteiligung beigetragen. Ziel des Projekts ist es, junge Menschen in ihrer politischen und gesellschaftlichen Teilhabe zu unterstützen, Beteiligungsstrukturen demokratischer zu gestalten und neue Zielgruppen an Mitsprache heranzuführen. Das Basecamp fungiert dabei als zentrale Anlaufstelle, die Vernetzung, Unterstützung, Qualifizierung und Begleitung bündelt. Von der Ideenentwicklung bis hin zur Umsetzung können junge Menschen bedarfsorientiert beraten und gestärkt werden.
Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der breiten Ansprache unterschiedlicher Jugendlicher. Erreicht wurden sowohl bereits engagierte junge Menschen aus Jugendparlamenten, SMVen, Verbänden und Initiativen als auch Jugendliche ohne vorherige Beteiligungserfahrung. Durch aufsuchende Formate, Straßenfeste, offene Treffen oder Schulworkshops konnten bewusst auch jene einbezogen werden, die klassische Beteiligungswege bislang nur selten genutzt haben. Parallel dazu wurden bestehende Beteiligungsstrukturen wie Jugendräte und selbstorganisierte Gruppen in ihrer Arbeit begleitet und weiterentwickelt. Das Basecamp unterstützte sie organisatorisch und pädagogisch, moderierte Prozesse und begleitete die Planung und Umsetzung konkreter Projekte.

Aktivitäten und Aktionen
Im Jahr 2025 standen vielfältige Aktivitäten im Mittelpunkt. Ein Kernbereich war die Durchführung und Begleitung partizipativer Jugendprojekte, etwa das Open-Air-Kino des Jugendrats Karlsfeld. Darüber hinaus wurden Formate geschaffen, in denen Jugendliche mit politischen Entscheidungsträger:innen in Austausch treten konnten. Diese Begegnungen verbanden inhaltliche Arbeit mit Ideengenerierung und ermöglichten es jungen Menschen, Anliegen unmittelbar zu formulieren.
Gleichzeitig wurde die Demokratiekompetenz von jungen Menschen gezielt gestärkt: In verschiedensten Kontexten fanden Workshops zu Beteiligung, demokratischen Prozessen und politischer Bildung statt. Ergänzend wurden Jugendliche in Multiplikator:innen-Schulungen qualifiziert, wie beim viertägigen „TeamUp“-Wochenende der Evangelischen Jugend Dachau, das Vernetzung und Kompetenzaufbau verband und junge Engagierte befähigte, Beteiligungsprozesse selbstständig weiterzutragen.
Die Beteiligungsarbeit des KJR – ein Best-Practice Beispiel
Die Sichtbarkeit des Basecamps reichte dabei über den Landkreis hinaus. Der Kreisjugendring war unter anderem eingeladen, im Rahmen des „Ray Day“ – einer europaweiten Veranstaltung zur Demokratieförderung und politischen Bildung – die Arbeit mit Erasmus+ vorzustellen. Dies zeigte, dass die im Landkreis entwickelten Ansätze auch auf überregional als gute Praxis wahrgenommen werden.
Das Jahr 2025 und Ausblick
Bereits im ersten Projektjahr lassen sich deutliche Wirkungen erkennen. Zahlreiche Jugendliche traten in direkten Dialog mit Politik und Verwaltung, Beteiligungsprojekte wurden initiiert und umgesetzt, und bestehende Jugendgremien konnten begleitet werden. Gleichzeitig wurden neue Zielgruppen erreicht, demokratische Kompetenzen gestärkt und Vernetzungsstrukturen zwischen Jugendlichen, Fachkräften und politischen Entscheidungsträger:innen weiter ausgebaut. Das Basecamp hat sich damit innerhalb weniger Monate als Motor für Beteiligungsentwicklung im Landkreis etabliert.
An diese positiven Entwicklungen soll im Jahr 2026 angeknüpft werden. Geplant ist, die begonnene Arbeit fortzuführen, Beteiligungsstrukturen zu verstetigen, weitere junge Menschen an demokratische Teilhabe heranzuführen und den Austausch zwischen Akteur:innen im Landkreis dauerhaft zu sichern.

Daniel Wagner
Demokratietrainer
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